Lesezeichen

Ein Buch in die Hand genommen und losgelesen. Doch dann muss man sich mal wieder den alltäglichen Dingen widmen, nur, was jetzt mit dem Buch? Einige legen kurzerhand das Buch auf sein Gesicht. Ouch. Kurz geht das, aber vergisst man das arme Stück Literatur und kommt später zurück, hängt es ziemlich durch. Nicht so tolle für den Buchrücken. Andere Lösung? Man nimmt sich IRGENDetwas und steckt es in das Buch. Stifte, Kassenzettel, Bonbonpapier, oder ein komplettes anderes Buch. Vielleicht fallen dir noch mehr Dinge ein, die du schon in Büchern gesehen hast.

Recht praktisch ist das nicht, wenn man das Buch dann doch mitnehmen möchte um in seinen Lieblingssessel oder das Bett zu kriechen, wohin dann mit dem anderen Gegenstand? Und – sind wir mal ehrlich – schön ist was anderes. Abgesehen davon, dass ich mich im Namen der Bücher wieder über die Beanspruchung des Buchrückens beklagen kann, bei derartigen „Lesezeichen“. Manchmal hängt praktischerweise ein Lesezeichenbändchen am Buch, das ist aber lange nicht die Regel. Also bekommt man Lesezeichen entweder als Geschenk – z. B. in Bücherläden oder von aufmerksamen Freunden – oder man holt sich sein ganz eigenes Lesezeichen das einem richtig gut gefällt.

Leider sehe ich immer wieder Lesezeichen aus Leder, dick gewebt oder sogar aus Metall. Als Buchbinderin und Buchliebhaber rollen sich mir da die Nägel hoch, denn dickes Material in ein Buch gesteckt verursacht – wie oben schon angedeutet – starke Spannungen im Buchrücken! Ganz zu schweigen davon, dass sich Metall z. B. in Form von Büroklammern in das Papier eindrücken. Wenn diese leicht rosten, hinterlassen sie hässliche Flecken. Verbleibt ein solch dickes Lesezeichen länger in einem Buch, kann es zu einem geschwächten Buchrücken bis hin zum Bruck kommen. Auch ich finde diese Lesezeichen schön und kreativ, aber lasst sie nicht an eure Lieblingsbücher.

Auch in Skizzenbüchern praktisch

Auch die Papierecken habe ich schon ausprobiert und einige für meinen Mann und mich selbst hergestellt. Solange das Buch nur daheim bleibt sind diese auch eine tolle Lösung. Nur für Unterwegs eher ungeeignet, wir haben schon öfter welche verloren, weil sie einfach leicht herausfallen wenn das Buch in der Tasche ist oder getragen wird. Auch muss beim Papier darauf geachtet werden, dass eventuelle Druckertinte oder Stifte wasser- und abriebfest sind um deinen Kumpel nicht zu verschmutzen. Bei selbst-gebasteltem ist außerdem auf Kleberückstände zu achten, die sonst die Seiten beschädigen könnten.

Gar nicht so einfach. Und was nimmt der Literat jetzt um seine aktuelle Leseposition zu markieren? PostIt Zettel wären toll, wäre da nicht dieser miese Kleber. Warum weißt du sicher noch von dem Beitrag über die artgerechte Haltung und Pflege von Büchern. Schauen wir uns Lesezeichen an, die man von Buchkundigen geschenkt bekommt, merken wir, dass es immer irgendwie welche aus Papier sind. Klar. Papier passt am besten zu Papier und ist am schonensten für das Buch! Also, nimm Lesezeichen aus Papier, so bist du auf der sicheren Seite.

Schau doch in meinem Shop vorbei, dort habe ich für dich eine Herbst-Collection an Lesezeichen zusammen gestellt, mit tollen Kuschel-Quasten aus Baumwolle! Lesezeichen Herbst-Collection

Lesezeichen aus Papier mit Quaste – Herbst-Collection

Die artgerechte Haltung und Pflege von Büchern

Für ein langes und glückliches Bücherleben

Du holst ein älteres Lieblings-Buch aus dem Regal, es bleibt hängen, der Rücken reißt ab oder es ist jetzt krumm und schief, weil es zu wenig Gesellschaft hatte. Jeder der viele Bücher hat kennt das Dilemma zu voller Regale oder auch Lücken in denen die Bücher umkippen. Hier erfährst du, wie du ein fürsorglicher Buch-Halter wirst.

Bücher sind Herdentiere, haben also am liebsten Nachbarn rund herum. Stehen sie von ihren Artgenossen zu weit weg, fühlen sie sich schnell einsam und „knicken ein“. Die Bindung am Rücken der Bücher wird geschwächt. Nimmst du also ein Buch aus dem Regal, rutsche die anderen wieder nahe zusammen, so können sie kuscheln und vereinsamen nicht. Am Ende der Bücherreihe kannst du zur Unterstützung eine rostfreie Buchstütze aufstellen.

Achte beim Aneinanderschieben der Bücher, dass Exemplare aus zu eng geschobene Buchreihen die Angewohnheit haben, sich nicht recht aus dem Verband ihrer Artgenossen lösen zu wollen. Das führt zu Reibung an den Deckeln, außerdem muss man die Bücher oft mit mehr Kraft als nötig aus dem Regal holen was zu Verletzungen führen kann. Ratsam ist es also, die Bücher etwas lockerer aneinander zu stellen.

Ist ein Buch zu groß für ein Regal, drehe es um 90° und lege es auf seinen Rücken. Wird es auf die Vorderkanten des Einbandes gestellt, hängt der Rücken durch, was zu Rückenschmerzen beim Buch führt. Es könnte sich sogar mit der Zeit aus dem Einband lösen. Ein auf dem Rücken liegendes Buch fühlt sich eingekuschelt zwischen gleichhohen oder höheren Büchern sehr wohl.

Besonders große oder schwere Wälzer sollten generell liegend gelagert werden. Langes stehen schlägt ihnen durch ihr Gewicht oder die Größe aufs Gestell. Oft geben die Materialien nach und es kommt zu gravierenden Haltungsschäden bis hin zu Einbandvorfällen.

Bücher mögen es nicht, am Rücken gezogen zu werden. Holst du ein Buch aus dem Regal, ist es am schonensten für alle Teile den Finger auf den Buchblock zu setzten und das Buch aus dem Regal heraus zu kippen. Eine andere Möglichkeit ist, links und rechts das Buch am Einband zu packen und heraus zu ziehen. Bei beiden Methoden immer auf den Rücken aufpassen und auf ihn keinen Zug ausüben. So sanft behandelt belohnt das Buch seinen Besitzer mit langer Gesundheit.

Eine weitere respektvolle Behandlung von Büchern ist es, wenn man auf Post-It-Zettel oder andere Seitenmarktierungen mit Kleber verzichtet. Das Haftmittel hinterlässt auf dem Papier leichte Klebespuren auf denen verschiedenen Schmutzpartikel haften bleiben. Solche Stellen sind ein Angriffspunkt für Buchkrankheiten und Parasiten. Auch alle dickeren Lesezeichen werden von Büchern nicht geschätzt – sie verursachen Verspannungen im Rücken. Verwende Papierfähnchen als Markierung während du arbeitest.

Zusätzlich zum fehlenden Einband hat dieser Patient nicht nur einen gebrochenen Rücken sondern auch massive Haltungsschäden. Hier sind tiefgreifende chirurgische und orthopädische Maßnahmen notwendig.

Möchtest du öfters mal Bücher einscannen, ist anzuraten einen Scanner zu kaufen oder zu leihen, dessen Scanfläche bis an den Rand geht. So lassen sich die Bücher in einem 90° Winkel geöffnet scannen. Auch Hand- oder Stabscanner sind für Bücher praktisch und recht preisgünstig. Muss das Buch 180° geöffnet werden und dabei mit dem Gesicht auf das Glas gequetscht werden, kann es bei manchen Bindungen schnell zum Rückenbruch kommen. Das wäre der Tod für die meisten Bücher, da sich die Bindung dann immer weiter auflöst.

Im allgemeinen haben es Bücher gerne kühl, dunkel, sauber und trocken. Auch bevorzugen sie eher Regalbretter aus nicht-harzendem, eher unbehandeltem Holz ein bisschen vom Boden weg. Das ist eine perfekte Umgebung in der Bücher lange ihres Lebens schlummern können bis wir sie wieder zur Hand nehmen. Natürlich ist das nicht in jeder Wohnung möglich. Es ist wie mit Zimmerpflanzen, wir machen es ihnen so angenehm wie möglich in der gegebenen Umgebung. So sind Bücher dann auch lange glücklich und bereit, uns ihr Wissen für lange Zeit zu bewahren.

Perfekt ist eine Temperatur von ca. 15 °C und eine Luftfeuchtigkeit von ca. 55 %. In einer Wohnung ist das natürlich schlecht einzuhalten, aber so in etwa geht das schon. Ist es ständig zu warm trocknet Papier und Leder zu schnell aus, Leim wird spröde und kann schwach werden. Zu viel Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung führen – Papier nimmt Feuchtigkeit schnell auf.

Bücher schätzen es gepflegt und geliebt zu werden wie jedem anderen Lebewesen auch. Besonders dankbar sind sie, regelmäßig mit einem Pinsel gestreichelt zu werden – nebenbei wird das Buch den lästigen Staub am Buchschnitt los. Halte das Buch dabei fest zu, dass der Staub nicht zwischen die Seiten gelangen kann. So bekommt das Buch keine Parasiten oder Ausschläge.

Besonders betagten oder geschätzten Büchern kann man einen Platz in der Louge geben und sie zum Beispiel in einem geschlossenen Schrank oder hinter Glas aufbewahren. Ich selbst habe meine Altehrwürdigen fast alle hinter Glas und mit einem Hygrometer ausgestattet. So sind die Senioren auch vor Gerüchen geschützt, diese werden nämlich gerne vom Papier aufgenommen. Papier riecht schnell nach den Gerüchen der Umgebung, daher auf Dämpfe vom Kochen, Rauchen oder Räuchern achten und am besten gar nicht in den Raum mit Büchern eindringen lassen.

Sollte ein Buch doch mal Schaden nehmen indem eine Seite einreißt oder sich der Rücken löst – verwende bitte kein Klebeband. Das ist wie Panzertape wochenlang auf Haut, nur krasser. Stoffe in Klebebändern verändern den PH-Wert von Papier, sind meistens sehr sauer. So beginnt mit der Zeit ein Zersetzungsprozess des Papieres. Oft geht das Klebeband eine so intensive Verbindung mit dem Zellstoff ein, dass es nicht ohne Verlust zu lösen ist. Auf lange Sicht zerstört Klebeband und anderer ungeeigneter Kleber also dein Buch eher, als das es hilft. Bewahre das Buch sorgfältig in Quarantäne auf, bis du gelernt hast es selbst richtig zu verarzten oder du jemanden findest, der das für dich macht. Du kannst auch auf meiner Seite nach entsprechenden Posts ausschau halten – ich werde bald über kleine Reparaturen an Büchern schreiben.

Der Versuchung hier mit Klebestreifen Erste Hilfe leisten zu wollen, sollte zum Wohle der Seiten widerstanden werden.

Jetzt weißt du alles über die artgerechte Haltung von Büchern sowie deren Pflege und Handhabung. Ich wünsche viel Spaß mit deinen literarischen Schätzelein!

Die Seele frei schreiben

Schreib an dich!“ ist der Titel eines kleinen Heftleins von Angelika von Aufsess über verschiedene Arten, ein Tagebuch zu führen. Obwohl oder vielleicht auch gerade weil so vieles digital abläuft in unserem Alltag, besinnen sich doch einige unter uns wieder mehr auf Stift und Papier. Für mich war das Schreiben per Hand schon immer etwas Schönes, nur wusste ich nie, was ich schreiben soll oder wie.

Meine bisher gefüllten Tagebücher über die letzten Jahre – angefangen mit dem hellen Heft. Jedes Notizbuch hat andere Vor- und Nachteile, probiere einfach verschiedenes aus!

Dabei hat es sehr viele Vorteile sich Probleme, Gedanken oder auch Emotionen „von der Seele“ zu schreiben. Und über die Hand fließt es viel leichter hinaus auf das Papier. Ein weiterer Vorteil gegenüber digitalen Medien ist, dass Papier und Stift überall zur Hand sind, es schnell geht und man auch kritzeln kann. Auch eine Skizze oder kleine Zeichnungen sind unkompliziert einfach in den Text integrierbar.

Am wertvollsten ist es jedoch, dass man später oft nur anhand der Schrift die Emotionen ablesen kann. „oh, da war ich aber echt wütend“ oder „wie sorgfältig, da hatte ich viel Ruhe und Geduld“. Rückblickend ist also nicht nur der Inhalt interessant, sondern auch das Schriftbild. Doch wie fängt man an? Ist das nicht total out? Und wie sieht so ein Tagebuch eigentlich aus?

Wichtigstes zuerst: du schreibst nur für dich selbst. Es ist also erst mal völlig egal wie es aussieht, hauptsache es gefällt dir und bringt dich weiter. Denn die wichtigste Aufgabe des Tagebuches ist es, deine Gedanken aufzunehmen und zu verwahren, egal ob man es mal wieder lesen wird, nach einigen Jahren verbrennt oder sogar seinen Enkeln vererben möchte… in erster Linie ist es ein Gefäß für Dinge, die du anderen nicht erzählen willst oder kannst, die zu verwirrend oder privat sind, es einfach Bullshit ist oder du gerade keinen Ansprechpartner hast. Ganz egal, das Tagebuch nimmt dir all das ab und in sich auf.

Einfach drauf los schreiben, frei von der Seele weg!

Ein paar hilfreiche Inspirationen und Formen stelle ich dir hier vor, so hast du einen Anfang – denn der ist bekanntlich neben dem Durchhalten mit das Schwerste. Dazu später mehr. Zum Schreiben brauchst du natürlich erst mal zwei wichtige Werkzeuge. Notizbuch und Stift. Wie diese beiden Dinge aussehen ist völlig dir überlassen. Wichtig ist nur, dass du beides gerne verwendest und es sich auch gut verwenden lässt.

Mein erstes Tagebuch war nur ein Heft mit etwas besserem Umschlag – denn auch ich war mir nicht sicher, ob ich durchhalte und wollte nicht gleich ein schönes Buch „einsauen“. Das Heft war bei dem „Schreib an dich!“-Heft dabei und ludt förmlich zum Schreiben ein. Das Set hatte ich mir gekauft, als mein altes Kaninchen „Bunny“ schwer krank war, ich musste meine Sorgen einfach irgendwo abladen. So hatte es angefangen.

Schreiben kannst du mit jedem Stift. Ich persönlich schreibe gern mit Füller, sie gleiten so schön über das Papier. Aber auch Bleistifte machen ab und an Spaß, nur tut mir bei längeren Texten dann doch die Hand weh. Mit was ich gar nicht schreiben kann, sind Kugelschreiber – meine Handschrift wird so krakelig und schmierig. Aber genau das kann man alles im Tagebuch austesten, denn du kannst jederzeit dein Schreibgerät wechseln – auch mitten im Satz! Keine falsche Bescheidenheit, keinen unnötigen Perfektionismus an den Tag legen. Das verleidet dir sonst nur den Spaß und Nutzen, den das Schreiben bringen kann.

Wichtige Ereignisse oder Ideen die du wiederfinden möchtest, kannst du mit bunten Klebestriefen oder anderen Marken mit oder ohne Farbcode markieren.

Arten ein Tagebuch zu schreiben

Das Wort Tagebuch implizieren viele mit täglichem Schreiben langer Texte, doch reichen ein paar Worte, vielleicht eine Skizze oder sogar nur ein eingeklebtes Kinoticket. Auch ein „Wochenbuch“ ist ok – aber irgendeine Art von Regelmäßigkeit wäre schon sinnvoll, denn um Routine zu schaffen möchte diese Tätigkeit erst mal aktiv betrieben werden. Um einen größeren Nutzen aus seinen geschriebenen Gedanken zu ziehen als nur eine „Müllhalte“ zu sein, braucht es natürlich auch eine gewisse Häufigkeit der Einträge. Und wenn nichts passiert ist an dem Tag, dann schreibe vor dem Schlafengehen wenigstens „Heute war es langweilig. Gute Nacht.“

Damit wären wir schon bei der ersten inhaltlichen Tagebuchform – banal. Schlichte Satzteile, Stichpunkte, die festhalten, was man so getrieben und erlebt hat. Eine Idee hier, ein Treffen da, ein Gefühl dort. Und schon kann man im Laufe der Zeit sehen, wer man vor einigen Wochen, Monaten oder Jahren war.

Eine weitere Variante ist das notieren innerer Dialoge, oder Briefe an sich selbst. So kann auch Witz entstehen oder auch zu harte Selbstkritik zu Tage treten. Außerdem lässt sich so wunderbar das Gedankenkarusell, das sich sonst schwer anhalten lässt, ausbremsen. Das Hirn wälzt nicht immer und immer wieder die gleichen Gedanken, weil man sie auf dem Papier sprichwörtlich festgehalten hat.

Mit Stempeln lassen sich Seiten schön gestalten und peppen einen Eintrag auf. So macht es Spaß, die Seiten immer wieder aufzuschlagen.

Wer Zeilen nicht leiden kann, es hasst, ganze Sätze zu schreiben oder überhaupt zu formulieren oder einfach gerne kreativ und chaotisch ist, kann auch genau so schreiben. Über die Zeile hinaus, quer, ohne erkennbare grammatikalische Struktur und im total wirren Kauderwelsch. Ja sogar die Rechtschreibung kann mal im Bett bleiben. Einfach die Worte so zu Papier bringen, wie einem der Schnabel gewachsen ist! Super Sache, wenn man gerade wütend ist oder sonstwie Dampf ablassen muss.

Weitere Formen sind das faktische Schreiben wie auf Expeditionen oder Reisen gemacht wird – das kann auch zum Überbrücken dienen wenn man gerade nicht viel anderes zu berichten hat. Oder absolut emotional – rede dir alles von der Seele und sei dein eigener Therapeut mit dem Tagebuch als Zuhörer das du volljammern kannst bis du dich besser fühlst. Geschichtenmäßig kannst du auch dein Leben dokumentieren – rede dir die Welt, wie sie dir gefällt! Dein Tagebuch hat da nichts dagegen, und was da drin steht, geht niemanden was an. Tagträume und Wünsche lassen sich hier ausleben und festhalten – bis man später mal wieder darüber stolpert und nur noch den Kopf schütteln kann…

Ausprobieren von Farben und kleinen Ideen ohne erst ein Blatt Papier suchen zu müssen. Einfach alles direkt ins Tagebuch, egal was.

Literarische Formen gibt es auch viele. So kann der Tagebucheintrag auch als Gedicht oder Songtext niedergeschrieben werden. Das fördert nebenher kreative Wortfindung und den Sprachsinn. So ist das auch ein super Hirntraining und hält die graue Masse fit.

Sehr wertvoll ist auch das notieren von Ereignissen und Erlebnissen, ob daheim in trautem Umfeld oder auf Reisen. Das Festhalten der Eindrücke in schriftlicher Form, beschreiben von Gerüchen, Geräuschen und Gefühlen kann beim Wiederlesen und Erinnern ein wahrer Genuss sein! Nicht nur wird der visuelle Sinn durch Fotos angesprochen, sondern auch alle anderen Sinne werden an das Ereignis erinnert! Ein weiterer Vorteil schriftlich festgehaltener Ereignisse: um etwas in Worte zu fassen, denken wir über die Dinge nach, betrachten sie genau und überlegen, wie wir es niederschreiben. Dabei prägen sich Details und Situationen viel besser in unser Gedächtnis ein und hilft später, sich besser zu erinnern.

Wer Angst vor der leeren Seite hat, kann einfach mit einem Rahmen beginnen. Linien, Punkte, Kringel – einfache Elemente führen schon zu schönen Ergebnissen, die im wahrsten Sinne des Wortes einen Rahmen schaffen, in den man schreiben kann. Das nimmt die Angst.

Das bringt uns zur nächsten Art von Tagebüchern: Thematisch. Menschen, die Pflanzen lieben und einen Garten haben, könnten ein Gartentagebuch führen. Ich selbst führe ein Traumtagebuch – ich träume viele verrückte Sachen die ich aber schnell vergesse. Das Aufschreiben hilft mir, das geträumte zu verarbeiten, mich besser an den nächsten Traum zu erinnern und außerdem ist vieles zu witzig oder obskur um es nicht auf zu schreiben.

Wer noch immer keine rechte Idee hat, wie er anfangen könnte, kann es mit Fragen probieren. Schreibe dir dazu ein paar Fragen auf wie zum Beispiel „Was hast du heute gelernt?“ „Wie hast du dich gefühlt?“ oder „Für was kann ich heute dankbar sein?“ Versuche deine Fragen jeden Tag zu beantworten. Nach einiger Zeit fällt es leichter und auch die Aufmerksamkeit wird während des Tages schon auf die Beantwortung der Fragen gelenkt und somit auf die positiven Ereignisse. Mit solchen Fragen kann man sogar aktiv sein Leben gestalten. Aber selbst wenn das nicht der Fall sein sollte – daraus lernen kann man nach einiger Zeit auf jeden Fall.

Weitere Aspekte

Sprüche aus Kalendern, Zitate oder Bilder aus Zeitungen lassen sich einfach zu Collagen zusammenstellen, die einen Tag oder ein Gefühl beschreiben oder einfach nur gut aussehen.

Auch an der äußeren Form kann man den Tagebucheintrag seinen Bedürfnissen und Wünschen anpassen. Das Geschriebene kann mit Skizzen, Doodles, Stickern, Stempeln, Zeitungsausschnitten oder Fotos unterstützt und verziert werden. Oder es lässt sich aus all dem auch mal eine Collage erstellen. So entstehen Kunsttagebücher! Ob begabt oder nicht, es macht riesen Spaß und gerade wer sich schriftlich nicht so ausdrücken kann oder möchte, ist das eine schöne visuelle Möglichkeit, Gefühle und Ereignisse festzuhalten. Abstrakt und kreativ!

Tagebücher sind eine tolle Methode für (werdende) Autoren, ihre Schreibmuskeln zu trainieren oder aufzuwärmen. Verfasst man Einträge so, als würde man einen Absatz in einem Buch schreiben, also möglichst spannend und erzählerisch, übt man natürlich entsprechende Fähigkeiten. Noch dazu kann man das Erlebte etwas ausschmücken oder so formulieren, dass selbst ein langweiliger Tag witzig wirkt.

Verschiedene Stifte und Schriften, einfach mal ausprobiert ganz ohne Zwang. Mir macht es Spaß zu experimentieren und im Tagebuch finde ich es auch wieder. Lose Zettel dagegen gehen verloren und gute Ideen und interessante Experimente sind weg.

Wie ich oben schon erwähnte, schreibe ich um des Schreiben-willens gerne. Die Einträge verwendete ich manchmal dazu, neue Handschriften auszuprobieren oder zu festigen. Probiere dich mit alltäglichen Inhalten an einer schönen Handschrift oder notiere Zitate des Tages als Handlettering-Übung. So hast du deine tägliche Portion Schreibtraining plus einen schönen Tagebucheintrag. Ist das nicht praktisch?

Jetzt hast du jede Menge Input zum Thema Tagebuch schreiben und ich hoffe, etwas davon spricht dich an und ich konnte dich inspirieren ein eigenes Tagebuch zu beginnen. Schreibe doch in den Kommentaren, ob du Tagebuch schreibst und wenn ja, in welcher Art!

Für weiteren Lesestoff empfehle ich das Heft „Schreib an dich! – 26 Arten ein Tagebuch zu führen.“ von Angelika von Aufsess. Hieraus habe ich auch ein paar Ideen für diesen Beitrag entnommen – Frau von Aufsess beschreibt aber noch weitere Variationen und Vorzüge des Tagebuch-schreibens. Es ist schnell durchgelesen und macht Lust auf ein eigenes Tagebuch.

Fotos einzeln oder ergänzend zum Text.